Geschichte von St. Georg

Georgensgmünd findet zum ersten Mal im Jahr 1304 urkundliche Erwähnung, als der damalige Dekan in Spalt seine Einkünfte regelte. Zu diesen Einkünften zählte auch der „Zehnte“ aus dem Dörflein „Gmünd“. Daraus lässt sich schließen, dass in Georgensgmünd eine Kirche vorhanden war und dort auch Gottesdienste stattfanden. Schutzpatron dieser Kirche war der Heilige St. Georg, wie bei vielen anderen Kirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Der älteste Bauteil der St. Georgs-Kirche ist der Turm. Im Mittelalter gab es ein kleines einfaches Kirchlein im gotischen Baustil. Vor der Reformation fanden in Georgensgmünd regelmäßig Messen und Gottesdienste statt. Die lutherische Reformation wurde im Jahr 1528 eingeführt. Georgensgmünd gehörte zum Markgrafentum Ansbach.

Ansicht 1900
Bildrechte: KG Georgensgmünd

Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte auch Georgensgmünd. Damit fanden auch keine Gottesdienste mehr statt. Erst nach 1640 siedelten sich allmählich wieder Menschen an. Die meisten stammten aus dem „Landl ob der Enns“. Die so genannten „Exulanten“ waren aus Oberösterreich vertrieben worden, weil sie nicht die römisch-katholische Lehre hatten anerkennen wollen. Als fromme Lutheraner lasen sie selbst ihre Bibel und hielten sich an Luthers Katechismus. Dafür waren sie bereit, ihre Bauernhöfe aufzugeben.

Der Markgraf von Ansbach förderte konsequent in seinem Land Glaube und Bildung: Er ließ alle Kirchen nach einem ähnlichen Entwurf renovieren und umbauen. So wurde im 18. Jahrhundert auch die St. Georgs-Kirche renoviert. Der Markgraf bezahlte für jedes Dorf einen eigenen Pfarrer mit Pfarrhaus und einen Lehrer mit Schulhaus. Für die Bauten hatte er einen genialen Architekten: David Friedrich Steingruber, der auch in Georgensgmünd tätig wurde und 1757/1758 den Umbau der Georgskirche nach einfachen und klaren Regeln plante: Die Erhöhung des Turmes mit einem markanten, achteckigen Abschluss.

Die sehenswerte Balkenkonstruktion im Übergang vom Viereck zum Achteck lässt sich auf das Jahr 1758 datieren und hält bis heute. Im Kirchenschiff selbst wurden Bänke eingebaut: Jeder sollte seinen Platz haben, um die Predigt, die damals eine Stunde dauerte, hören zu können. Befand sich vorher der Altar im Kirchturm, so baute man jetzt vor dem Turm eine Wand ein. Damit kam der Altar näher an die Gemeinde heran. Über dem Altar befindet sich übrigens die Kanzel und darüber stand eine kleine Orgel.

Das Zentrum der Kirche bilden nach dieser Architektur die Predigt und die Verkündigung des Evangeliums. Das ist das wichtigste in einer lutherischen Kirche. Steingruber ließ auch eine Empore einbauen, die von Westen bis Norden reicht.

Kirchen von innen
Bildrechte: KG Georgensgmünd

Am Ende des 19.Jahrhunderts wurde die Kirche zu klein für den stetig wachsenden und aufstrebenden Ort, wozu auch die Bahn erheblich beitrug. So beantragte die Kirchengemeinde beim königlich bayerischen Bauamt in Nürnberg im Jahr 1899 eine Vergrößerung der Kirche. Es folgte eine lange Planungsphase. Eine Erweiterung der Kirche Richtung Süden und der Bau eines großen Treppenhauses im Westen folgten. Innen wurden riesige Emporen eingezogen: Zwei im Süden und eine weitere im Westen. So wurden fast 1000 Sitzplätze erreicht.

Die Orgel wurde komplett erneuert und kam auf die zweite große Empore im Westen. Am 10. Mai 1908 wurde die Kirche wieder geweiht. Beim Abendmahl ging man um den Altar herum, die Opferbüchse neben dem Altar gibt noch heute Zeugnis von diesem Brauch.

In den Jahren 1968 bis 1970 folgten weitere Renovierungsarbeiten. Die St.-Georgskirche
erhielt die jetzige Farbgestaltung, die dem Zustand um 1758 weitgehend entspricht. Eine neue Orgel wurde angeschafft und in den Raum über der Kanzel eingebaut. Damit wollte man wieder einen Zustand erreichen, der der Planung von Steingruber aus dem Jahr 1758 möglichst nahe kam. Allerdings war die Orgel für den Raum viel zu groß ausgelegt und ihr Platz bewährte sich aus rein akustischen Gründen nicht, so dass im Jahr 2004 die Orgel wieder auf die zweite Empore im Westen gesetzt wurde.

Das Altarkreuz aus dem Jahr 1908 fand einen neuen Platz im westlichen Eingang der Kirche.

Mitte der Dreißiger Jahre wurden vier bunte Glasfenster angeschafft. Die Entwürfe stammen von dem Münchner Künstler Adolf Schinnerer. 1970 wurden drei Glasbilder in Metallkästen innerhalb der Kirche aufgehängt.

Georgensgmünd verlor, wie so viele andere Kirchen in Deutschland auch, seine zum Teil aus dem Spätmittelalter stammenden Glocken im zweiten Weltkrieg. 1951 wurden vier neue Glocken angeschafft.

Im Jahr 1985 gestaltete der Frauenkreis der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Georgensgmünd den Wandteppich rechts neben dem Altar.
Der ortsansässige Bildhauer Reinhart Fuchs hat das Lesepult und den Kerzenleuchter ebenso geschaffen wie den Brunnen vor der Kirche, der die Legende vom Heiligen Georg zeigt.

 

Plan von Kirche
Bildrechte: KG Georgensgmünd

Der Plan zeigt die einzelnen Turmgeschoße mit Glockenzug und Orgel sowie das Erdgeschoß, mit Altarumgang und den hier noch innen liegenden Treppen zu den Emporen. Später wurde das Kirchenschiff um zwei neue Treppenaufgänge verlängert.

Kirche von innen
Bildrechte: KG Georgensgmünd

Das sogenannte „Speisgitter“ umrahmte den Altar, dahinter sind die beiden Türen zu sehen, die den Umgang um den Altar ermöglichten. Die links und rechts des Altars eingebauten Patronatsstände waren durch feingliederig gestaltete Gitter abgetrennt. In St. Peter sind sie noch erhalten.